tiergestützte Therapie & Pädagogik

allgemeine Infos

Was ist tiergestützte Therapie?

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Definition tiergestützter Therapie u. Pädagogik (nach ESAAT):
„Tiergestützte Therapie umfasst bewusst geplante pädagogische, psychologische und sozialintegrative Angebote mit Tieren für Kinder, Jugendliche, Erwachsene wie Ältere mit kognitiven, sozial-emotionalen und motorischen Einschränkungen, Verhaltensstörungen und Förderschwerpunkten. Sie beinhaltet auch gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Maßnahmen.“ 

allgemeine Ziele tiergestützter Therapie (nach ESAAT):

  • Wiederherstellung und Erhaltung von körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen
  • Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung von Aktivitäten und Handlungen  
  • Förderung von Integration in die jeweilige Lebenssituation  
  • Verbesserung von subjektivem Wohlbefinden 

Wirkungen und Förderziele tiergestützter Therapie

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Hunde sind absolut ehrliche Tiere. Sie begegnen dem Menschen wertfrei und nehmen ihn so an, wie er ist, mit all seinen Besonderheiten und Merkmalen, Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Sigmund Freud (1856-1939) hatte die positive Wirkung seines Hundes auf seine Patienten erkannt, und band diesen regelmäßig in seine Therapien mit ein.

Boris M. Levison, ein amerikanischer Kinderpsychotherapeut, entdeckte in den 1960er Jahren während einer Therapiestunde zufällig, welche Wirkung die Anwesenheit und das Verhalten seines Hundes auf ein Kind ausübte. Die Erfahrung veranlasste ihn, Tiere in sein Behandlungskonzept miteinzubinden.

Mittlerweile belegen zahlreiche Studien positive Wirkungen tiergestützter Therapie (tiergestützter Interventionen) auf körperlicher, psychischer, sozialer und emotionaler Ebene.

Von folgenden Auswirkungen lassen sich Förderziele tiergestützter Therapie ableiten.

Körperliche Auswirkungen: 

  • Entspannung der Muskulatur  
  • Reduktion von Stresssymptomen    
  • Tiefere Atmung, Reduktion von Blutdruck und Atemfrequenz, Kreislaufstabilität    
  • Taktile, auditive und visuelle Stimulation, Wahrnehmungssteigerung  
  • Appetitanregung   
  • Ablenkung von Schmerzen, dadurch Reduktion der Schmerzmedikation  
  • Reduktion von Antidepressiva    
  • Förderung der Mobilität und Motorik (Grobmotorik, Feinmotorik)    
  • Allgemeine Unterstützung der Genesung und schnellere Heilung    
  • Gedächtnisförderung  
  • Förderung sprachlicher Fertigkeiten 


Psychische Auswirkungen

  • Gestärktes Vertrauen, Nähe, Geborgenheit, Vertrautheit u. Sicherheit, Akzeptanz    
  • Verbesserte Ansprechbarkeit    
  • Bereitschaft, sich zu öffnen    
  • Verbesserte Motivation und positive Einstellung  
  • Größere Motivation Instruktionen zu folgen    
  • Ausgeglichenheit     
  • Verbesserung von Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstachtung, Selbstwert    
  • Förderung der Selbstkontrolle    
  • Verbesserte Krankheitsverarbeitung    
  • Förderung der Realitätsorientierung, Orientierung und Aufmerksamkeit    


soziale Auswirkungen: 

  • Förderung sozialer Kontakte, taktiler Kontakte  
  • Verbesserung von Interaktion und (nonverbaler) Kommunikation (Blickkontakt, Mimik, Gestik)  Reaktion auf Apellcharakter (Kindchenschema, …)    
  • Übernahme von Aufgaben, Verantwortung   
  • Erfahren von Selbstachtung, Zufriedenheit durch Erreichen von Zielvorgaben  
  • Wertschätzung gegenüber Anderen  
  • Kameradschaft, Freundschaft    
  • Tiere als Kommunikationsanlass und Gesprächsinhalt  
  • Bereitschaft sich zu öffnen   


Einzelsettings oder  Gruppensettings?

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Einzelsetting ist die Therapiearbeit mit einer Einzelperson und dem Therapiehund. Gruppensetting bedeutet, mit dem Therapiehund und einer Gruppe von Teilnehmern zu arbeiten.
Einzelsettings und Gruppensettings werden je nach Förderzielen durchgeführt.
Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

In Gruppensettings steht neben den motorischen Übungen und den Übungen für kognitive Leistungen der sozio-empathische und sozio-integrative Aspekt im Vordergrund.

So ist zu bedenken, dass in Gruppensettings nur bedingt auf individuelle und intensive Förderung der Teilnehmer eingegangen werden kann, was in Abhängigkeit der Teilnehmerzahl des Gruppensettings steht.

In Einzelsettings findet unter Beachtung der persönlichen motorischen und kognitiven Ressourcen intensive und individuelle Förderung des Klienten/Kindes statt.

tiergestützte Interventionen: Ehrenamt vs. Freiberuf

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Wer schon einmal tiergestützte Interventionen und Therapie hautnah miterlebt hat, wird schnell merken, welche zahlreichen positiven Beiträge diese zum körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefinden des Menschen beitragen.

Ehrenamtliche und freiberufliche Mensch-Tier-Teams (Mensch-Hund-Teams) leisten Wunderbares. Sie arbeiten aus persönlichen Gründen, persönlicher Motivation und vor allem aus Überzeugung auf sozialer Ebene.

Betrachtet man Folgendes, wird verständlich, wieso eine entsprechende Honorierung des Teams angebracht ist, und warum in keinster Weise Sozialität oder Können in Frage gestellt werden sollte:  

  • die Ausbildung zum Therapiehunde-Team kostet (oft nicht wenig) Geld  
  • regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind gesetzlich vorgeschrieben, also verpflichtend, und kosten Geld
  • hygienische Vorschriften (Entwurmungskuren, parasitologische Kotprobenuntersuchungen, Prophylaxe und ggf. Behandlung gegen Parasiten, regelmäßige tierärztliche Kontrollen und Untersuchungen, ggf. Behandlungen) sind einzuhalten, gesetzlich vorgeschrieben und kosten Geld, zumal zu bedenken ist, dass für Hunde während der tiergestützten Einsätze ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit Krankheitserregern besteht
  • sowohl die staatlich anerkennende Prüfung, als auch die verpflichtenden jährlichen Nachprüfungen (Nachkontrollen) kosten Geld und sollen zur Qualitätssicherung beitragen
  • Kosten für Materialien, welche bei tiergestützten Interventionen eingesetzt werden
  • Kosten für Futterbelohnungen für den Hund
  • Anfahrtskosten, Anfahrtswege und Anfahrtszeit
  • das fortlaufende Training des Therapiehundes ist mit Zeitaufwand und Kosten verbunden
  • leider scheinen manche Menschen die Einstellung zu haben "Was nichts kostet, ist auch nichts wert", und das, obwohl das Team oft nicht wenig Zeit für Training und schlussendlich für den Klienten aufbringt

Praxiseinsatz tiergestützter Therapie u. Pädagogik

Angebote

Schulen, Kindergärten

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Es gibt viele Möglichkeiten mit einem Therapiehund zu arbeiten, je nach Förderzielen und Thema! Den tiergestützten Interaktionen sind kaum Grenzen gesetzt.
Ganz nebenbei lernen die Kinder über die Bedürfnisse eines Hundes und den Umgang mit einem Hund kennen.

Durch gewählte Methodik und gewählte Maßnahmen kann in der Arbeit mit einem Therapiehund Hundeangst bei Kindern abgebaut, neues Vertrauen allmählich aufgebaut werden.

Gemeinsam können wir an sozio-empathischen und sozio-integrativen Förderzielen arbeiten.

Durch Interaktionen mit dem Therapiehund leistet die tiergestützte Arbeit wertvolle, positive Beiträge zur Förderung der motorischen (Grobmotorik, Feinmotorik) und kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten.

(Nähere Informationen zur Wirkung tiergestützter Arbeit finden Sie unter: tiergestützte Therapie/allgemeine Infos, weiter oben.)

Gerne können wir auch das Thema "Hund" zum Schwerpunkt der tiergestützten Praxiseinsätze machen. - Ob in einem einzelnen Workshop oder Schritt für Schritt in regelmäßigen Einsätzen. - Ganz dem Alter der Kinder und Ihren Wünschen entsprechend.
Nähere Informationen zum Workshop "Der Hund - ein Begleiter des Menschen", zum richtigen Umgang mit Hunden, finden Sie weiter unten unter: Workshops, Seminare.

Pflegeeinrichtungen

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Es gibt viele Möglichkeiten mit dem Therapiehund zu arbeiten, je nach Förderzielen. Gemeinsam können wir an diesen arbeiten. So können u. a. die motorischen Fähigkeiten, kognitive Leistungen und der Zugang zu an Demenz erkrankten Patienten/Klienten verbessert werden, das Wohlbefinden ihrer Patienten/Klienten gesteigert werden.

Durch bewusst gewählte tiergestützte Interaktionen findet tiergestützte Therapie statt.  Gemeinsam führen wir u. a. Übungen zur Fein- und Grobmotorik, Gedächtnisförderung, Konzentrationsförderung, Förderung der persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ressourcen durch. 
Durch Gruppensettings werden sozio-integrative und sozio-empathische Aspekte erfüllt.
Zur individuellen und intensiven Förderung von Klienten eignen sich Einzelsettings oder Gruppensettings in Kleinstgruppen.

Privatpersonen

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Es gibt viele Möglichkeiten mit einem Therapiehund zu arbeiten. Die bewusst gewählten tiergestützten Interaktionen richten sich nach den Förderzielen und den körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Tiergestützte Interventionen bzw. tiergestützte Therapie kann auch mit Privatpersonen (Einzelpersonen oder Gruppen) durchgeführt werden, unabhängig von Alter, Motivation und körperlichen und/oder geistigen Fähigkeiten.

Durch gewählte Methodik und gewählte Maßnahmen kann in der Arbeit mit einem Therapiehund Hundeangst abgebaut, neues Vertrauen allmählich aufgebaut werden.

Gemeinsam können wir an sozio-empathischen und sozio-integrativen Förderzielen arbeiten.

Durch Interaktionen mit dem Therapiehund leistet die tiergestützte Arbeit wertvolle, positive Beiträge zur Förderung der motorischen (Grobmotorik, Feinmotorik) und kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten und trägt so zur ganzheitlichen Förderung und dem allgemeinen Wohlbefinden bei.

(Nähere Informationen zur Wirkung tiergestützter Arbeit finden Sie unter: tiergestützte Therapie/allgemeine Infos, weiter oben.)

Gerne können wir auch das Thema "Hund" zum Schwerpunkt der tiergestützten Praxiseinsätze machen. - Ob in einem einzelnen Workshop oder Schritt für Schritt in regelmäßigen Einsätzen. - Ganz dem Alter der Teilnehmer und Ihren Wünschen entsprechend.
Nähere Informationen zum Workshop "Der Hund - ein Begleiter des Menschen", zum richtigen Umgang mit Hunden, finden Sie weiter unten unter: Workshops, Seminare.

Workshops, Seminare, Meet & Greets

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Sie oder Ihre Gruppe wollen mehr über Ausbildung und Arbeit eines Therapiehunde-Teams erfahren?

Wir besuchen Sie gerne!

Ob einmalig (Meet & Greet) oder an mehreren Terminen, Sie erfahren Interessantes in Theorie und Praxis, und können in die Arbeit des Therapiehunde-Teams hineinschnuppern.

(geeignet für Institutionen und Privatpersonen, Erwachsene und Kinder)



Workshop "Der Hund - ein Begleiter des Menschen" 


Der richtige Umgang mit Hunden liegt mir persönlich besonders am Herzen. In meinem Workshop "Der Hund - ein Begleiter des Menschen" behandeln wir dieses Schwerpunktthema. Die Teilnehmer erfahren Wissenswertes und Interessantes zum Thema und können den richtigen Umgang mit dem Therapiehund in der Praxis üben.
Ziel des Workshops ist es, die Teilnehmer im Umgang mit Hunden zu sensibilisieren, was zur allgemeinen Bissprävention, Reduktion von Verletzungen, gegenseitigem Verständnis und positiven Erfahrungen mit Hunden  beitragen soll.

(geeignet für Institutionen, Privatpersonen, Kinder und Erwachsene)



Seminar oder Workshop "Der Hund als Therapeut - Einsatz von Therapiehunden in Pflegeeinrichtungen" 


Für Pflegepersonal und Krankenpflegeschulen habe ich den Workshop "Der Hund als Therapeut - Einsatz von Therapiehunden in Pflegeeinrichtungen" entworfen.
Es ist ein Workshop mit pflegerelevanten Informationen für den Einsatz von Therapiehunden in Pflegeeinrichtungen und soll Aufklärungsarbeit leisten.
Die Teilnehmer erfahren viel Wissenswertes über allgemeine Anforderungen eines Therapiehunde-Teams und pflegerelevante Aspekte. (z. B. unter anderem: Ausbildung, rechtliche Grundlagen, hygienische Aspekte, Indikationen, Kontraindikationen und Risikogruppen, Förderziele, Einsatzbereiche - welche Klienten eignen sich für tiergestützte Therapie, usw. …)

Der Workshop wird durch den praktischen Teil mit dem Therapiehund abgerundet, so können die Teilnehmer in die tiergestützte Therapiearbeit hineinschnuppern.
Im Seminar entfällt die Arbeit mit dem Therapiehund.

(Hinweis: begrenzte Teilnehmerzahl für den Workshop!)

(geeignet für Pflegepersonal und angehendes Pflegepersonal)

Preise zu allen Angeboten tiergestützter Therapie und Pädagogik auf Nachfrage.

Impressionen