Katzen

allgemeine und weitere Informationen 

zu Katzen und ihrer Haltung

Das Bewusstsein der Menschen hat sich glücklicherweise im Laufe der Zeit verändert, artgerechte Haltung hat an Wert zugenommen. Mir liegt es am Herzen Tierhalter aufzuklären und so zu einem besseren Verständnis, einem harmonischen Miteinander und zur Gesundheit Ihres Tieres beizutragen. Deshalb habe ich die häufigsten grundlegenden Fragen zum Thema Katzenhaltung hier für Sie zusammengefasst.

Einzel- oder Mehrkatzenhaltung

Sind Katzen Einzelgänger? - Grundvoraussetzungen für eine Mehrkatzenhaltung

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Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, sich kurz der Evolution und der Domestikation der Katze zu widmen:
Als der Mensch sesshaft wurde und begann seine Lebensmittel zu lagern, zog er damit Mäuse, Ratten und andere ungewollte Tiere an. - Ein willkommenes "gefundenes Fressen" für die Katze.
Da sich diese Nagetiere sehr schnell vermehrten und verbreiteten, war ein ausreichendes Nahrungsangebot für die Katze gegeben. Sie zog ihre Vorteile daraus und lernte, sich an das neu geschaffene Umfeld (zu dem auch der Mensch gehörte) anzupassen und schloss sich dem Menschen an. Katzen hielten die Mäuse- und Rattenplage gering. Diesen Vorteil erkannte auch der Mensch, sodass die Katze schließlich zu seinem Haustier wurde.

Die vergleichsweise kleinen Beutetiere decken den Energie- und Erhaltungsbedarf der Katze, jedoch muss die Katze, die kaum Ausdauer besitzt, große Energie für den Fang der flinken, wendigen und wehrhaften Beute aufbringen. Somit ist die Katze ein Einzeljäger und verspeist ihre Beute auch alleine an einem sicheren Ort, wo ihr Konkurrenten die Beute nicht strittig machen können. (Kosten-Nutzen-Bilanz) Ausnahmen stellen Katzenmütter, und u. U. Katzenväter, dar, die ihre Jungen mit der gefangenen Beute mitversorgen.

Studien zufolge konnte beobachtet werden, dass freilebende Katzen, (also Katzen, die uneingeschränkt in freier Natur leben) die Gesellschaft von Artgenossen bevorzugten, wenn bestimmte Kriterien erfüllt wurden. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Katzen keine Einzelgänger sind.
Zu diesen Kriterien zählen, neben dem ausreichenden Angebot an Nahrung, auch ausreichende Angebote an geschützten Rückzugs- und Schlafplätzen, Platz und Ausweichmöglichkeiten, körperliche, geistige und emotionale Unversehrtheit und Gesundheit, sowie die Möglichkeit der Fortpflanzung (Reproduktion).
Weiters zählen soziale und kognitive Angebote zu den Grundbedürfnissen der Katze.
Werden diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt, entwickeln sich in der modernen Haustierhaltung nicht selten (innere) Konflikte und daraus resultierendes Problemverhalten bzw. Verhaltensauffälligkeiten.

Um ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen, stellen, neben der Verfügbarkeit der Ressourcen und körperliche, psychische und emotionale ("gefühlte") Sicherheit, auch eine gute Sozialisierung Grundvoraussetzungen einer Mehrkatzenhaltung dar. 
Sind (erhebliche) Defizite in diesen Bereichen vorhanden oder wurden (bedeutende) negative Erfahrungen bereits gesammelt, ist zum Wohle des einzelnen Tieres eine Einzelhaltung in Erwägung zu ziehen.



Ernährung und Futterverweigerung

Fressverhalten, artgerechte Ernährung und Futterverweigerung, Fütterungsformen, Ernährung bei Erkrankungen
giftige Lebensmittel für Katzen 

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Fressverhalten
Katzen legen mehrmals am Tag eine Beutefangphase abwechselnd mit einer Ruhephase ein (bis zu 20 mal pro Tag). Auf diesen Rythmus ist der Stoffwechsel der Katze ausgelegt. 

Je schwerer Futter beschaffbar ist desto größer ist die Menge, die pro Mahlzeit verspeist wird. So regeln Katzen die Nahrungsaufnahme nicht durch Verringerung der Anzahl der Mahlzeiten, sondern der Nahrungsmenge. („Häppchen-Fresser“)

Ihre Präferenz (Vorliebe) für die Art ihrer Beute entwickeln Katzen bereits sehr früh während ihrer Prägephase (Futterprägung). Sie nehmen dadurch die Futtertraditionen und Vorlieben des Muttertieres an. Dies ist vor allem bei Hauskatzen während der Entwöhnungszeit bei der Futterumstellung durch den Menschen zu beachten. 

Katzenwelpen sollten in dieser Zeit besonders vielfältig und abwechslungsreich gefüttert werden, das hilft späteren Futterabneigungen vorzubeugen. Auch während der Trächtigkeit (Embryonalflüssigkeit) und während der Säugezeit (Muttermilch) ist es aus diesem Grund empfehlenswert auf vielfältige, abwechslungsreiche Ernährung der Mutterkatze zu achten.

Stoffwechsel und Energiebedarf der Katze
Katzen sind aufgrund ihres Stoffwechsels hochspezialisierte Carnivoren (Fleischfresser und Beutegreifer).
Durch physiologische Prozesse im Körper und Stoffwechselvorgänge in der Leber (Stickstoff - Harnstoff) sind Katzen auf regelmäßige Nahrungszufuhr angewiesen, um das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen, wie etwa Struvitsteine und Harnwegserkrankungen (Verlust an PH-Wert des Harns bis in den alkalischen Bereich), zu verringern.
Daher ergibt sich aus ernährungsphysiologischen Gründen eine Fütterungsempfehlung von 5-6 mal täglich in Form von kleinen Häppchen.

Nährstoffbedarf
Zum Nährstoffbedarf der Katze zählen Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Als Fleischfresser ist die Katze auf eine proteinhaltige (= fleischreiche) Ernährung angewiesen.
Um eine Unterversorgung (Mangelerscheinungen) oder eine Überversorgung (Vergiftungserscheinungen) an Nährstoffen zu vermeiden, ist eine ausgeglichene, hochwertige Ernährung empfehlenswert.
Der Energiebedarf gibt an wieviel Energie ein Organismus täglich für die Aufrechterhaltung der Organ- und Zellfunktion und für die Verrichtung der täglichen Arbeit benötigt. Diese Energie wird in (Kilo-)Kalorien oder (Mega-)Joule angegeben. 

Der tatsächliche Energiebedarf ist von folgenden Faktoren abhängig:

  •        Lebendmasse (kg Körpergewicht)
  •        Alter
  •        Geschlecht
  •        Aktivität
  •        Dichte des Haarkleides
  •        Umgebungstemperatur
  •        Gesundheitszustand
  •        Kastration, Laktation (säugende Katzenmütter), und ähnliches

 

Der durchschnittliche Energiebedarf gesunder, erwachsener Katzen liegt täglich bei etwa 0,3 Megajoule pro kg Körpergewicht (0,3 x kg^0,75). Jungtiere und säugende Katzen haben einen höheren Energiebedarf, ältere oder kastrierte Tiere einen niedrigeren.

Ernährung bei Niereninsuffizienz
Bei einer chronischen Niereninsuffizienz ist die Niere nicht mehr in der Lage Abfallstoffe aus dem Blut herauszufiltern, diese werden folglich vom Körper nur noch begrenzt ausgeschieden und es kommt zu einer langsamen Vergiftung des Körpers.
Ein Abfallprodukt von Proteinen (Eiweißen) ist der Harnstoff. Daher sollte die Katze auf Anraten des Tierarztes proteinarm ernährt werden. 

Eine proteinarme Ernährung führt oftmals zu Muskel- und Gewichtsabbau. Daher ist bei der Ernährung auf die Zufuhr von hochwertigen Proteinen zu achten („Qualität statt Quantität“).
Einen weiteren Grund für eine proteinarme Ernährung der niereninsuffizienten Katze stellt ein zu hoher Phosphorspiegel dar, welcher mit einer proteinhaltigen Ernährung zusammenhängt. Dieser kann Sekundärerkrankungen, z. B. eine Nebenschilddrüsenüberfunktion, auslösen.
Unterstützend werden vom Tierarzt oftmals sog. "Phosphatbinder" verordnet, welche die Ausscheidung von Phosphor über den Darm ermöglichen. 

Ernährung bei Diabetes mellitus
Kohlenhydrate werden im Stoffwechsel in Zucker umgewandelt, welcher im Blutkreislauf verweilt. Durch erhöhten Blutzuckerspiegel steigt der Bedarf an Insulin, welches die zuckerkranke Katze (Diabetes mellitus) nicht ausreichend produzieren kann. 

Daher sollte die Diätnahrung der Diabeteskatze zuckerfrei, arm an Kohlenhydrate und reich an Protein sein. Durch den geminderten Insulinbedarf ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Krankheitssymptome nachlassen.
Eine für Diabetikerkatzen geeignete Menge an Kohlenhydraten liegt bei unter 10% der Trockensubstanz.

Aufgrund der Stoffwechselvorgänge des Organismus einer Katze wird eine Fütterung alle 4 Stunden empfohlen! Für besseres Handling gibt es programmierbare Futterautomaten.
Bei einer Insulingabe (subcutane Injektion) ist die tatsächlich gefressene Futtermenge ausschlaggebend um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Auf eine drohende Unterzuckerung reagiert die Katze mit Nahrungsaufnahme, was wiederum einen höheren Bedarf an Insulin bedeuten würde - eine erhebliche Schwierigkeit in der Insulineinstellung.
Frisst eine Diabetikerkatze längere Zeit nicht, droht ihr Stoffwechsel zu entgleisen. Komatöse Zustände bis hin zum Tod wären mögliche Folgen.  Futterverweigerung über längeren Zeitraum hinweg stellt daher einen Notfall dar und ist auch bei Hungerkuren (wie etwa aus medizinischen Gründen bei Operationen notwendig) zu bedenken.

Futterverweigerung:
Am Verdauungsvorgang beteiligen sich neben dem Magen-Darm-Trakt unter anderem weitere Organe:  die Bauchspeicheldrüse (Pancreas), die Leber und die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Diese Organe sind für den Stoffwechsel der Katze von Bedeutung.
Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin. Bei einer gestörten Funktion der Bauchspeicheldrüse kommt es u.a. entweder zu einer Überproduktion von Insulin, was zu einer Unterzuckerung und folglich zu komatösen Zuständen führen kann, oder zu einer mangelnden Produktion von Insulin (Diabetes mellitus), welches ebenso komatöse Zustände auslösen kann.
Weiters ist die Bauchspeicheldrüse gemeinsam mit der Leber u. a. an der Fettverdauung beteiligt. - Enzyme von der Bauchspeicheldrüse und der Leber werden in den Dünndarm abgegeben, um wichtige Nährstoffe aufspalten und verarbeiten zu können. Die Leber erfüllt weiters u. a. die wichtige Funktion der Entgiftung des Körpers.
Diese Vorgänge werden von der Hypophyse gesteuert, Störungen der Schilddrüsenfunktionen können diese Prozesse beeinflussen. 
Ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse gestört kommt es nicht nur zu Verdauungsproblemen, die Leber wird mit der Entgiftungsarbeit überlastet, was zu einer Leberverfettung oder zu akutem und chronischem Leberversagen führen kann.

Mögliche Ursachen für eine Futterverweigerung gibt es demnach viele! - Angefangen von Zahnproblemen (z. B. Karies), Zahnfleischentzündungen, Funktionsstörung der Leber und /oder Bauchspeicheldrüse, anderweitige Entzündungen von Kiefer (z. B. FORL) oder anderen Organen. Die Futterverweigerung ist sozusagen eine Art "Schutzfunktion" um den Organismus nicht noch weiter zu belasten, und der "Selbstschutz" bei Schmerzen.
Aufgrund des Stoffwechsels der Katze ist sie aber auf regelmäßige Nahrungszufuhr angewiesen, sonst entgleist ihr Stoffwechsel und kann neben akuten und lebensbedrohlichen Zuständen auch zu weiteren gesundheitlichen Schäden führen. Beispielsweise ein Arginin- und Ornithinmangel begünstigt die Bildung von Struvit- und Harnsteinen, was in weiterer Folge zu Niereninsuffizienz (Nierenversagen) führen kann. Deshalb sollten Katzen keine längeren Diäten und Hungerkuren durchmachen müssen.

Natürlich können auch andere Gründe Ursache für eine Futterverweigerung sein, z. B. depressionsähnliche Zustände (beispielsweise aufgrund von drastischen Änderungen der Lebenssituation, wie etwa Tod eines Bezugspartners) oder einfach nur Lernprozesse, weil z. B. neues Futter aufgrund fehlender Lock- und Geschmacksstoffe nicht gern angenommen wird, was gemeinsam mit Futterpräferenzen (Vorlieben) oft Ursache bei Futterumstellung von minderwertigem auf hochwertiges Futtermittel der Fall ist. (- Probieren kann man es ja …)

Bei längerer Futterverweigerung sollte allenfalls das Tier so bald wie möglich tierärztlich untersucht, organische Ursachen abgeklärt werden, da diese zu einem medizinischen Notfall führen kann. (Futterverweigerung über 24 h bei gesunden, erwachsenen Katzen, bei kranken, älteren, jungen und säugenden Tieren dementsprechend früher!)
Im Zweifelsfall sollte die gesundheitliche Abklärung in einer Tierklinik stattfinden (nicht vergessen: telefonische Voranmeldung, dass man aus diesem oder jenem Grund auf dem Weg ist, das Speichern der nächstgelegenen Tierklinik im Handy ist empfehlenswert.). Mögliche Vorboten für komatöse Schockzustände wären z. B.: Apathie, zittern, speicheln, vermehrtes Erbrechen, Krampfanfälle, Wesensveränderungen (wie z. B. Aggression), veränderte Pupillen (Achtung: Lichtverhältnisse beachten), hecheln, Unruhe, blasse Schleimhäute.

Futterverweigerung bei gutem Appetit ist oftmals (aber nicht zwingend oder immer) ein Hinweis auf gesundheitliche Ursachen.

Können gesundheitliche Ursachen ausgeschlossen werden, wird die Katze für gesund befunden, ist es meistens möglich mit Tricks die Akzeptanz von Futter zu erhöhen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich an dieser Stelle jedoch keine Tipps hierzu preisgeben werde. - Die Gesundheit des einzelnen Tieres steht an dieser Stelle im Vordergrund, durch Tipps und Tricks könnten vermeintliche kurzfristige Besserungen zu einem unnötigen Herauszögern einer tierärztlichen Untersuchung, Kontrolle und Therapie (durch den Tierarzt) führen.


Ernährungsformen
Zu den Ernährungsformen der Katze zählen Trockenfutter, Nassfutter (Feuchtfutter) und Rohfütterung (BARF).
Rohfütterung gilt als die artgerechteste Form der Fütterung, ist hierbei jedoch zu bedenken, dass eine Überversorgung oder Unterversorgung von Nährstoffen zu Vergiftungs- bzw. Mangelerscheinungen führen kann.
Ernährung mit Trockenfutter scheint die bequemste Form der Fütterung, insbesondere für Berufstätige, zu sein. Jedoch enthält Trockenfutter viel Stärke (welche die Krokettenform ermöglicht). Diese wird vom Körper in Zucker umgewandelt und im Blut als solcher gespeichert,  und zieht einen höheren Insulinbedarf nach sich. Zudem entzieht es dem Körper Wasser (Darm und Blutgefäße), was eine wesentliche Erhöhung des Flüssigkeitsbedarfs zur Folge hat. Somit belastet eine Ernährung mit Trockenfutter den Organismus der Katze sehr stark (Bauchspeicheldrüse, Niere, Leber, Darm). Daher ist Trockenfutter höchstens in Form von Leckerli geeignet, wenn es hochwertig (hoher Fleischanteil), zuckerfrei, getreidefrei (Kohlenhydrate), frei von Geschmacks-, Farb-, und Konservierungsstoffen ist. Aufgrund der verbleibenden Stärkereste an den Zähnen (Zucker) ist Trockenfutter oft der Grund für Zahnfleischentzündungen, Karies und andere Zahnprobleme.
Eine Ernährung mit hochwertigem Nassfutter (Feuchtfutter) stellt die einfachste Form der Ernährung dar. Zu beachten ist jedoch auch bei Nassfutter, dass dieses einen hohen Fleischanteil, einen geringen Kohlenhydrateanteil und einen Flüssigkeitsgehalt von mind. 70% aufweist, sowie frei von Hefe, Zucker, Getreide, Geschmacks-, Farb-, und Konservierungsstoffen ist.

Flüssigkeitsaufnahme

Als ursprüngliches Savannentier (Ursprung der Falbkatze im Nahen Osten) ist der Körper der Katze darauf ausgelegt ihren Wasserbedarf hauptsächlich über die Nahrung decken zu können. (Der Grund weshalb Katzen „schlechte Trinker“ sind.) Die gewöhnliche Beute der Katze enthält 70-75% Wasser. Katzen trinken zumeist erst bei drohender Dehydration, daher muss ihnen stets frisches Wasser zur Verfügung gestellt werden.
Eine erhöhte Wasseraufnahme kann ein Hinweis auf Erkrankungen wie etwa Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Nierenerkrankungen sein und sollte medizinisch abgeklärt werden (Tierarzt).

giftige Lebensmittel
Nicht nur manche (Zimmer-)Pflanzen, Medikamente, verschiedene Giftstoffe (wie etwa Dünger, Bremsflüssikgkeit, Putzmittel, usw. - Schneckenkorn z. B. schmeckt fatalerweise gut!) wirken auf den Körper der Katze toxisch (giftig), sondern auch einige Lebensmittel (Inhaltsstoffe) können vom Organismus der Katze nicht (ausreichend) "verarbeitet", abgebaut oder ausgeschieden werden. Zu diesen Lebensmitteln zählen:
Alkohol (Vergiftung), Hefe(teig/-extrakt) (Gärungsprozess erzeugt Magenschmerzen und setzt Alkohol frei), koffeinhaltige Getränke wie Tee und Kaffee, Teein – (Vergiftungserscheinungen), Schokolade/Kakao (Wirkstoff Theobromin – lebensgefährliche Vergiftungen), Wirkstoff Xylitol – Süßigkeiten wie Bonbons, Kaugummi, Backwaren und Zahnpasta (Krämpfe und Leberversagen), Weintrauben und Rosinen (Durchfall, Erbrechen bis hin zum Nierenversagen), Avocado, größere Mengen in Öl eingelegte Thunfische (Quecksilberbelastung), Lauch- und Nachtschattengewächse wie Zwiebel, Knoblauch, Schnittlauch (Schwefelverbindung zerstört rote Blutkörperchen), Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen; Steinobst wie Zwetschgen, Marillen, Pfirsiche; Macadamianüsse, Walnüsse; Gewürze, Salz, Zucker, usw.

Man bedenke auch bei der Lagerung und Verwendung von anderen Giftstoffen, dass diese u. U. an Pfoten oder Fell haften bleiben könnten und in weiterer Folge vom Tier im Rahmen der Körperpflege (sich putzen) aufgenommen werden können.
Vergiftungen stellen einen medizinischen Notfall dar! Je nach Giftstoff und Symptomen (welche durchaus auch mit der Menge des aufgenommenen Stoffes im Zusammenhang steht) ist es empfehlenswert, die nächste Tierklinik oder den Tierarzt unverzüglich aufzusuchen bzw. zu Rate zu ziehen.

Vergiftungssymptome sind:  Zittern, Speicheln, krampfartiges Erbrechen, blasse Schleimhäute, Kreislaufversagen, Apathie oder Unruhe und Angst (Vorsicht: panische Tiere könnten aggressiv reagieren)

Erziehung

Wie lernt ein Lebewesen? - Lerntheorien als Grundlage für Verhalten und  Erziehung

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Erziehung bedeutet sinngemäß, einem Lebewesen erwünschtes Verhalten beizubringen und unerwünschtes Verhalten abzugewöhnen. Das Lebewesen soll also "etwas" lernen.
Es gibt eine Reihe grundlegender Faktoren, welche das Lernen eines Organismus beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Stress ("negativer" wie auch "positiver" Stress), Faktoren, die das Wohlbefinden beeinflussen (wie z. B. Gesundheit/Krankheit, Wetter und Witterung/Temperaturen, Möglichkeiten für persönlichen Komfort, Angst, ...), Ernährung, körperliche und geistige Überforderung und Unterforderung (Entstehung von Frust oder Hilflosigkeit), genetische und epigenetische Faktoren (Fortpflanzung, aber auch die Sicherung des eigenen Fortbestandes sowie seiner Nachkommen). Aber auch das Lernen aus Erfahrungen, sowie Alter, Unsicherheit, Angst, Druck und Zwang spielen eine ganz wichtige, wesentliche Rolle für das Verhalten eines Lebewesens.

Lernen findet auf den Grundlagen der Lerntheorien statt (klassische Konditionierung nach Iwan Pawlow, operante Konditionierung nach B. F. Skinner, Lernen nach Versuch und Irrtum nach E. L. Thorndike) und wird von neurophysiologischen Vorgängen im Körper und Gehirn gesteuert. Lernen  kann anhand der 4 Quadranten der Konditionierung erklärt werden:

  • positive Verstärkung: etwas Angenehmes wird hinzugefügt - Verhalten wird häufiger
  • negative Verstärkung: etwas Unangenehmes wird weggenommen (insgesamt also eine angenehme Konsequenz)
  • positive Strafe: etwas Unangenehmes wird hinzugefügt - Verhalten wird weniger
  • negative Strafe: etwas Angenehmes wird weggenommen (insgesamt also eine unangenehme Konsequenz)


Ob ein Lebewesen etwas als "Belohnung" (Verstärkung) oder "Strafe" empfindet, sich sein Verhalten daher reduziert oder häuft, richtet sich individuell am Lebewesen, seinen Erfahrungen und Möglichkeiten, seiner Motivation und an der Situation. Eines jedoch ist klar: sein Verhalten muss sich in irgendeiner Form lohnen.
In der Erziehung ist Konsequenz nicht mit Strafe zu verwechseln. Mit Konsequenz ist einerseits die Folge eines Tun und Handelns, andererseits die Unbeirrbarkeit und Entschlossenheit gemeint. Das heißt, etwas zu jeder Zeit in jeder Situation (ohne Ausnahmen) durchzusetzen oder einzufordern bedeutet konsequent zu sein. 
Durch Strafmaßnahmen scheint ein Tier (ein Lebewesen) schneller zu lernen, wenn diese Strafmaßnahmen individuell heftig genug durchgeführt werden. Die Begründung dafür liegt darin, dass jedes Lebewesen instinktiv das Ziel der körperlichen Unversehrtheit verfolgt. - Überleben und unverletzt zu bleiben wird als oberste Priorität eines jeden Organismus angesehen. 
So kann man sich vorstellen, dass Strafmaßnahmen eine ganze Reihe an "Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen" auslösen und einen bedeutenden Stressfaktor für den Einzelnen darstellen. Zum einen werden u. a. Vertrauen, Unsicherheit/Angst bzw. Selbstbewusstsein negativ beeinflusst, zum anderen beginnt das Tier akribisch nach "Schlupflöchern im System" zu suchen. Definitiv nehmen Strafmaßnahmen erheblichen Einfluss auf das Verhalten des Tieres, oftmals verschlimmert sich die Situation.
Da die Grundvoraussetzungen für "Strafe als Erziehungsmethode" nicht ausreichend erfüllt werden können bzw. die "Nebenwirkungen" unberechenbar groß sind, ist aus verhaltenstherapeutischer Sicht von Strafen abzuraten. Strafmaßnahmen sind daher als tierschutzrelevante Maßnahmen anzusehen.

Kommunikation

Ausdruck und Verständigung als Basis für Verhalten

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Kommunikation ist uns Menschen ein Begriff. Menschen haben Laute zu einer Sprache entwickelt und nutzen diese um sich zu verständigen. Kommuniziert wird aber nicht nur verbal, sondern auch nonverbal über Körperhaltung, Gestik und Mimik.
Tiere besitzen ein Repertoire an Lautgebungen, aber vorwiegend setzen sie Körperhaltung, Gestik und Mimik (Körpersprache) zur Kommunikation ein. Ohren, Augen, Schwanz, ja sogar Tasthaare (Vibrissen), Nase und Fell dienen, neben ihren anderen Funktionen, dem Ausdruck.
Katzen besitzen eine höhere Rezeptorendichte zur Geruchswahrnehmung als der Mensch, die Nase wird daher erfolgreich zu diesem Zweck eingesetzt. Nur verständlich, dass sie auch geruchliche Informationen (Ausscheidungen, Drüsen an Kinn, Pfoten, Schwanzwurzel) zur Verständigung einsetzen (z. B. Markierverhalten, Kratzmarkierung).

Kommuniziert wird immer und überall. - man kann sich nicht nicht verhalten, Aktion erfordert Reaktion, auf Reaktion folgt Aktion. Die einzelnen Signale sollten situationsabhängig (unterschiedlicher Kontext) beurteilt werden. Sie können als Kommunikationsform unabhängig voneinander oder kombiniert gezeigt werden.
Natürlich stellen auch weitere Elemente grundlegend beeinflussende Faktoren für Verhalten dar, wie etwa Erfahrungen, aber auch beispielsweise der Gesundheitszustand des Tieres.

Eines jedoch wird deutlich: Kommunikation ist Ausdruck und Verständigung und kann daher als elementare Grundlage von Verhalten gesehen werden. Grund genug für jeden Katzenhalter sich mit diesem Thema näher auseinander zu setzen.

Katzen und Problemverhalten verstehen

Wie und wieso entstehen Verhaltensauffälligkeiten und Problemverhalten?


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Domestikation

Katzen leben mit dem Menschen seit ungefähr 9000 Jahren zusammen, als der Mensch begann sesshaft zu werden.
Zunächst war es ein Zusammenleben woraus beide gegenseitigen Nutzen zogen:
Der Mensch begann Lebensmittel zu lagern, die Katze hielt die damit verbundene Mäuseplage gering. Der Mensch erkannte den positiven Nutzen der Katzen und fing an, sie mehr oder minder zu umsorgen.
Zum einen besitzt die Katze die erforderliche Anpassungsfähigkeit, um im Zusammenleben mit dem Menschen evolutionär erfolgreich bestehen zu können, zum anderen begann der Mensch besonders erwünschte Eigenschaften zu selektieren. - Die Anfänge einer Zucht waren geboren.

So zog die Katze irgendwann als Haustier beim Menschen ein.

Die Entstehung von Problemverhalten und Verhaltensauffälligkeiten

Katzen gelten als eigensinnig. Doch sind sie in der Tat sehr lernfähig und anpassungsfähig.

Der evolutionären Anpassungsfähigkeit ist es zu verdanken, dass ein Zusammenleben mit dem Menschen über viele Jahrtausende überhaupt möglich war.
Evolutionäre Anpassungsfähigkeit bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen sich an die gegebenen Umweltbedingungen anzupassen, um so optimal als möglich den eigenen Fortbestand, wie auch den der Nachkommen, sichern zu können. - ein Prozess der Evolution über Generationen hinweg.

Natürlich  muss sich die Katze hierbei - wie jedes Tier (wie auch wir Menschen) - den unterschiedlichsten Herausforderungen, Gegebenheiten und Anforderungen stellen.
Die Grundbedürfnisse jedes Lebewesens stehen hierbei im Vordergrund.
Dies ist nicht immer ganz einfach, zumal jedes Individuum eine individuelle Stresstoleranz (Fähigkeit mit Stress umgehen zu können) besitzt.

Für das Wohlbefinden, das körperliche und seelische Gleichgewicht,  gibt es einige beeinflussende Faktoren.
Diese sind u. a.: körperliche (und geistige) Gesundheit, artgerechte Haltung und Auslastung, Verfügbarkeit von Ressourcen, körperliche, psychische und emotionale ("gefühlte") Sicherheit, eine angenehme Atmosphäre, Sozialisierung, usw.
Jede einzelne dieser beeinflussenden Faktoren kann, wenn es dem individuellen Bedürfnis der Katze nicht entspricht, zum Stressor werden und Stress beim Tier verursachen.

Veranschaulichung:
Man hat ein Fass. Mit jedem Stressor füllt sich das Fass immer mehr, auch wenn die Katze noch mit dem ein oder anderen Stressor umgehen kann.
Irgendwann ist das Fass schon ziemlich voll und es reichen nur wenige Tropfen, die es zum Überlaufen bringen können.

Katzen sind an und für sich (je nach Sozialisierung und Erfahrungen) soziale Tiere, die die Gesellschaft von Artgenossen bevorzugen, wenn ihre Grundbedürfnisse und individuellen Bedürfnisse ausreichend erfüllt werden.
Dort, wo Katzen ihren Lebensraum und ihre Sozialpartner nicht frei wählen können - wie etwa in der Haustierhaltung - , ihren Bedürfnissen und Grundbedürfnissen nicht immer nachgehen können, ohne Kompromisse einzugehen, entstehen Konflikte.
Je nach Stressoren und der Fähigkeit mit diesen umzugehen (Copingstrategien), können Konflikte (auch innere Konflikte) in der Mehrkatzenhaltung, wie auch in der Einzelhaltung, aus dem Ruder laufen.
Problemverhalten und Verhaltensauffälligkeiten entstehen.

Arttypische Verhaltensweisen werden als mögliche, alternative Problemlösungsstrategien (Bewältigungsstrategien) eingesetzt. So können sich Verhaltensauffälligkeiten und unerwünschte Verhaltensweisen (Problemverhalten) zu bevorzugten Lösungsstrategien der Katze entwickeln, welche als solche auch in anderen Situationen eingesetzt werden (Generalisierung von Problemverhalten).



Was ist eine Katzen-Verhaltensberatung?

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Problemverhalten und Verhaltensauffälligkeiten entstehen zumeist als mögliche, alternative Lösungsstrategie aufgrund (innerer) Konflikte, wenn Faktoren, die das allgemeine Wohlbefinden der Katze beeinflussen, zum persönlichen Stressor werden.
(siehe: Katzen und Problemverhalten verstehen)
Körperliches und/oder seelisches Ungleichgewicht ist die Folge, das harmonische Zusammenleben ist gestört, Ärger, Wut, Frust, Sorge und Verzweiflung aus menschlicher Sicht völlig verständlich.

Um Probleme, Verhaltensauffälligkeiten und Konflikte nachhaltig zu beseitigen, ist es erforderlich, die persönliche Ursache für diese herauszufinden und zu behandeln.

Die Katzen-Verhaltensberatung bedient sich u.a. an dem Wissen der Bedürfnisse und Grundbedürfnisse der Katze, der artgerechten Haltung und Auslastung, dem arttypischen Verhalten und Lernverhalten. 
Eine Katzenverhaltensberaterin kennt zudem jede Menge Tipps und Tricks.
Sie unterstützt bei der individuellen Ursachenforschung und Problemanalyse, und gibt dem Tierhalter durch die empfohlenen Maßnahmen eine Art "Leitfaden". 

Durch die Erfüllung der individuellen Bedürfnisse, Optimierung von Haltungsbedingungen, Kenntnisse der Kommunikationsformen von Katzen, gezielte spezifische Maßnahmen, Management-Maßnahmen und durch individuelles Training können Problemverhalten, Verhaltensauffälligkeiten und Konflikte reduziert und beseitigt werden. 
Die Gesamtheit aller Maßnahmen helfen (innere) Konflikte zu lösen, der Katze (wieder) zu mehr Wohlbefinden zu verhelfen, und das seelische und körperliche Gleichgewicht der Katze wiederherzustellen.

Da Problemverhalten und Verhaltensauffälligkeiten krankheitsbedingt jedoch auch andere - organische -  Ursachen haben können, ist es empfehlenswert, das Tier durch einen qualifizierten Veterinärmediziner untersuchen und ggf. behandeln zu lassen!


Als ausgebildete und geprüfte Katzen-Verhaltensberaterin stehe ich mit fundiertem Wissen zu allen Themenbereichen rund um die Katze mit Rat und Tat zur Seite. 


Da Widrigkeiten, und somit Stressfaktoren, reduziert und beseitigt werden können, sowohl körperliche (organische) als auch psychische (seelische) Hintergründe zum allgemeinen Wohlbefinden der Katze beitragen, berate ich Sie gerne auch bei bekannter organischer Ursache. 

Bitte beachten Sie aber, dass die Diagnosestellung und Therapie von organischen Ursachen, wie Erkrankungen, ausschließlich durch einen qualifizierten Veterinärmediziner zu erfolgen hat!

Verhaltensberatung und Training für Katzen

Wenn Sie eine Verhaltensberatung in Anspruch nehmen wollen...
Wenn Sie mehr über Katzen, ihre artgerechte Haltung und Auslastung, und noch vieles mehr, erfahren möchten...


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Als ausgebildete und geprüfte Katzen-Verhaltensberaterin stehe ich Ihnen mit fundiertem Wissen zu allen Themenbereichen rund um die Katze mit Rat und Tat zur Seite.

Ob im Vorfeld, sodass Konfliktsituationen oder Problemverhalten erst gar nicht auftreten, oder bei bereits bestehenden Problemverhalten, Verhaltensauffälligkeiten und Konflikten. 

Da Widrigkeiten, und somit Stressfaktoren, reduziert und beseitigt werden können, sowohl körperliche (organische) als auch psychische (seelische) Hintergründe zum allgemeinen Wohlbefinden der Katze beitragen, berate ich Sie auch gerne bei bekannter organischer Ursache.

Bitte beachten Sie aber, dass die Diagnosestellung und Therapie von organischen Ursachen, wie Erkrankungen, ausschließlich durch einen qualifizierten Veterinärmediziner zu erfolgen hat!